Ab 14. Februar 2020 gilt die neue Gebührenordnung ("Notdienstnovelle") für Tierärzte. Die wichtigsten Änderungen für Tierhalter sind hier kurz zusammengefasst.

 

  • Zukünftig ist jeder Tierarzt verpflichtet eine Notdienstgebühr in Höhe von 50€ (brutto 59,50€) zu erheben. Alle tierärztlichen Leistungen werden zusätzlich dazu erhoben.
  • Die abrechnungsrelevanten Notdienstzeiten sind wie folgt definiert: Wochentags von 18-8 Uhr, Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr, an gesetzlichen Feiertagen von 0-24 Uhr.
  • Während der von uns eingerichteten Notsprechstunden (Sa, So, Feiertags 10-13 und 18-20 Uhr sowie an Mittwochabenden von 18-20 Uhr) berechnen wir weiterhin den 2,5-fachen Gebührensatz.
  • In den übrigen Notdienstzeiten erheben wir durchschnittlich den 3-fachen Gebührensatz. 

 

Die erhöhten Gebühren sind gesetzlich festgelegt. Wir als Tierärzte sind daher verpflichtet, diese zu erheben. 


 

Warum wurden die Gebühren für den tierärztlichen Notdienst überhaupt angehoben?

In Deutschland ist es seit geraumer Zeit zum Zusammenbruch des Notdienstsystems der Tierärzteschaft gekommen. Immer weniger Tierärzte sind überhaupt bereit auch nachts für tierische Patienten erreichbar zu sein. Nur wenige junge Tierärzte möchten noch die Belastung des Nachtdienstes auf sich nehmen. Folglich finden auch tierärztliche Kliniken immer weniger Tierärzte, um den Notdienst aufrecht erhalten zu können. Die erhöhten Gebühren sollen dabei helfen kostendeckenden Notdienst anbieten zu können. 

Daneben hat sich das Verständnis für wahre Notfälle verändert. Notdienste sind dazu da, um Leben zu retten. Kommen in der Nacht oder am Wochenende noch jene Patienten hinzu, die keine medizinischen Notfälle darstellen, wird es zunehmend schwieriger den wirklich kranken Patienten zu helfen. (Was ein echter Notfall ist und was eben keiner, können Sie HIER nachlesen)

 

Wie können Sie vermeiden, den Notdienst in Anspruch zu nehmen?

Wir empfehlen die regelmäßigen tierärztlichen Untersuchungen wahrzunehmen. Bei jungen Tieren genügt eine jährliche Allgemeinuntersuchung. Kommen Hund oder Katze langsam in die Jahre empfehlen wir eine mindestens halbjährige, manchmal auch häufigere Untersuchung. So können gesundheitliche Einschränkungen erkannt und angemessen behandelt werden. Ihr Tierarzt kann Ihnen für den Fall einer akuten Verschlimmerung Medikamente mitgeben, damit Sie eine gewisse Zeit überbrücken können. 

Je besser Sie Ihr Tier und seinen Gesundheitszustand kennen, desto seltener werden Sie in die Verlegenheit geraten den tierärztlichen Notdienst aufsuchen zu müssen.

 

Und wenn man doch mal in den Notdienst kommen muss?

Ein schwer krankes Tier kann schnell sehr teuer werden - nicht nur während des Notdienstes. Wer um die Versorgung seines Tieres aus finanziellen Gründen bangen muss, der sollte über eine Tierkrankenversichung nachdenken. Diese Versicherungen können einen Teil der Kosten abfangen. Operationskostenversichungen sichern im Fall einer Operation einen Teil (manchmal sogar alle) Kosten. Mittlerweile werden sogar Unfallversicherungen für Tiere angeboten, die ausschließlich im Fall eines Unfalls die Kosten übernehmen (eine tolle und günsitge Möglichkeit für Freigängerkatzen). Die Kosten dieser Versicherungen sind sehr unterschiedlich, so wie auch ihr Leistungsangebot. Ein Vergleich lohnt sich daher.  

 

 


Gesetzestext zur Änderunger der Gebührenordnung