Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind besonders Anfang des Sommers aktiv. Mittlerweile besteht jedoch, durch ihre massenhafte Vermehrung, ganzjährig die Gefahr von allergischen Reaktionen.

 

Gefahr durch Brennhaare

Die Brennhaare der Raupen enthalten ein Gift, das beim Menschen die sogenannte Raupendermatitis (eine Hautentzündung) hervorrufen kann. Die feinen Haare brechen leicht ab und können mit dem Wind über weitere Strecken getragen werden. Besonders in den Raupennestern, in denen sich die Tiere Häuten, ist der Anteil an Brennhaaren immens. Die Brennhaare sind sehr widerstandsfähig und bleiben führ Jahre in der Umgebung erhalten. 

Ab der dritten Häutung enthalten die Brennhaare das gefährliche Gift. Durch ihre Widerhaken bleiben die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners in der Kleidung hängen. Die kleinen Haare dringen von dort in die Haut und bleiben dort stecken. Die Haut reagiert entsprechend mit Quaddelbildung und Irritation. Schlimmer ist es jedoch, wenn die Haare eingeatmet werden. Dies kann eine schmerzhafte Bronchitis, Husten und sogar Asthma auslösen. Besonders Kinder sind hier gefährdet!


Und was ist mit Hunden?

Die Haut von Hunden, ist durch ihr dichtes Fell meist ausreichend geschützt. Hunde sind häufiger an anderer Stelle schlimm vom Gift dieser Raupe betroffen. Neugieriges Schnuppern und Ablecken führt zu schweren Verletzungen der Schleimhäute und Schwellung von Nase und Maul. Die Verletzungen erinnern im fortgeschrittenen Stadium an Verätzungen. Im frühen Stadium sind sie wie eine allergische Reaktion. In der Folge ist das Absterben ganzer Gewebestücke keine Seltenheit. Das Gift kann zum Anschwellen kleinerer Hautstellen oder des gesamten Kopfes führen. Auch Bindehautentzündungen durch Eichenprozessionsspinner sind häufig. Gelangt eine Raupe in das Maul, kann sie dort eine massive Schwellung hervorrufen, die mit Erstickungsgefahr einhergeht. Beim Einatmen der feinen Brennhaare kann es, wie beim Menschen, zur Bronchitis oder zu Asthamanfällen kommen. Abgeschluckte Raupen des Eichenprozessionsspinners können massive und lang anhaltende Magenschleimhautentzündungen hervorrufen. 

Symptome durch Eichenprozessionsspinner

  • Juckreiz
  • Schwellung und Quaddelbildung (auch großflächig)
  • Hautknötchen
  • Augenreizung mit geschwollenen Bindehäuten 
  • Hautreizung im Zwischenzehenbereich
  • Schwellung der Maul- und Nasenschleimhaut
  • Husten und Atemschwierigkeiten
  • bei allergischem Schock auch Abgeschlagenheit, Fieber und starkes Hecheln


Wo droht die Gefahr?

Diese Falterart besiedelt eichenreiche Wälder, vor allem an trockenen und hellen Orten. Auch frei stehende Eichen können befallen sein. Anfang Mai schlüpfen die Raupen aus den Eiern. In Prozessionen  von 20-30 Tieren krabbeln sie an und um Eichen herum. Die Raupe ist dunkel und von samtartigen behaarten Feldern überzogen. Zudem sind rotbraune, langbehaarte Warzen erkennbar. Ältere Raupen sind in den Raupennestern (Gespinste) am Stamm oder an Ästen versteckt. Die Haare der Raupen sind mit Widerhaken versehen und enthalten ein Nesselgift, was bei Kontakt zu allergischen Reaktionen führen kann. 

Wann droht Gefahr durch Eichenprozessionsspinner?

Vor einigen Jahren noch traten Verletzungen druch Eichenprozessionsspinner vorwiegen im Sommer auf. Mittlerweile sehen wir das ganze Jahr über Eichenprozessionsspinner-bedingte Verletzungen. Selbst im Winter bei Schnee oder Wind lösen sich gerne die alten Gespinste von den Bäumen und animieren Hunde zum Schnüffeln oder Aufnehmen mit dem Maul. 

 

Sich richtig schützen

Meiden Sie Gebiete mit Eichenprozessionsspinnern. Umsichtige Städte und Behörden stellen bei Bedarf Warnschilder auf. Halten Sie sich, Ihre Kinder und Ihre Tiere unbedingt davon fern! Achten Sie auf Gespinste an den Bäumen und meiden Sie diese großräumig. Sollten Sie eine behaarte Raupe sehen und deren Art nicht kennen, dann vermeiden Sie den direkten Kontakt mit ihr.  


Erste Hilfe für den Hund

Die Kontaktstellen, zum Beispiel Maul, Nase und Haut, können zuerst mit reichlich Wasser gereinigt werden. Zum Selbstschutz sollten dabei Handschuhe getragen werden. 

Bringen Sie Ihren Hund bei Anzeichen von allergischen Symptomen unverzüglich zum Tierarzt. Die Gabe von abschwellenden Medikamenten (in der Regel Kortison) oder Antiallergikern (wie zum Beispiel Antihistaminika) kann oft das Schlimmste verhindern und schnelle Linderung verschaffen. Auch entzündungshemmende Salben können bei Hautreizungen helfen.