Jeder weiß, dass ein zu hoher Wasserverlust tödlich sein kann. Eine zu hohe Wasseraufnahme jedoch auch. Auch Hunde können eine Wasservergiftung erleiden.

 

 

Was ist eine Wasservergiftung genau?

Wenn sich zu viel Wasser in der Blutflüssigkeit befindet, sinkt der Natriumgehalt der Körperzellen. Um die Elektrolyte stabil zu halten beginnen die Zellen daraufhin Wasser einzulagern. Die Zellen schwellen an. 

Das Gehirn ist aufgrund seiner knöchernen Umhüllung - des Schädels - im Ausdehnungsvermögen eingeschränkt. Als Folge erhöht sich der Hirndruck und neurologische Störungen sind die Folge. Auch die Zellen der Leber schwellen an. 

 

Wie wahrscheinlich ist eine Wasservergiftung?

Eine Wasservergiftung tritt nicht annähernd so häufig auf wie eine Austrocknung! Was nicht bedeutet, dass es niemals vorkommt. Als verantwortungsvoller Hundehalter sollte man um die Gefahr wissen, um sie zu vermeiden. Ein Hund muss etwa ein Drittel seines Körpergewichts an Wasser aufnehmen, um eine Wasservergiftung hervorzurufen.

 

 

Anzeichen einer Wasservergiftung

Wenn ein Hund 20-30 Minuten mit dem Wasser spielt und immer wieder kleine Mengen davon abschleckt, kann eine Wasservergiftung durchaus möglich sein. Anzeichen dafür sind:

Frühe Symptome 

  • Abgeschlagenheit
  • Erbrechen
  • Aufgeblähter Bauch
  • Unruhe
  • Helle Schleimhäute
  • Starkes Speicheln
  • Weite Pupillen

Späte Symptome

  • Koordinationsstörungen
  • herabhängender Unterkiefer
  • Muskelzuckungen
  • fehlende Ansprechbarkeit
  • unkontrollierter Urinabsatz
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma 

 

Risikofaktoren für eine Wasservergiftung bei Hunden

Jeder Hund kann von einer Wasservergiftung betroffen sein, einige haben ein erhöhtes Risiko:

  • Sehr kleine Hunde und Welpen - Aufgrund ihrer geringen Körpermasse kann das Wasser schneller in die Körperzellen aufgenommen werden und Symptome verursachen.
  • Hunde mit niedrigem Körperfett - Auch das Körperfett kann einen Teil des Wassers aufnehmen. Bei sehr schlanken, trainierten Hunden fehlt diese zusätzliche Kompensationsmöglichkeit.
  • Auch Hunde, die exzessiv mit Rasensprengern spielen und wiederholt nach dem Wasserstrahl beißen, können eine große Menge Wasser abschlucken. 

 

 

Behandlung einer Wasservergiftung

Hunde, die nur etwas zu viel Wasser aufgenommen haben können sich durch erhöhten Urinabsatz, des überschüssigen Wassers entledigen. Hunde denen es allgemein schlecht geht, sollten sofort zu einem Tierarzt gebracht werden. Dieser kann wichtige Blutuntersuchungen (Kontrolle der Elektrolyte) durchführen. Der Ausgleich der Elektrolyte und Mittel zur Wasserreduktion werden zur Behandlung einer Wasservergiftung verabreicht. Im Folgenden sind weitere Blutuntersuchungen notwendig. Auch noch 3-4 Tage nach dem Ausgleich der Elektrolyte kann es zu Spätfolgen im Gehirn kommen (sogenannte osmotische Demyelinisierung), in dessen Folge auch ein Versterben möglich ist. Anzeichen einer solchen Spätfolge sind Schwäche, Abgeschlagenheit, Ataxie, die bis zur Lähmung aller vier Gliedmaßen fortschreitet. 

Eine Wasservergiftung ist eine potentiell tödliche Problematik. Suchen Sie in jedem Fall einen Tierarzt auf, wenn Sie eine Wasservergiftung bei Ihrem Hund vermuten.  

Prognose

Eine Wasservergiftung geht in zwei von drei Fällen tödlich aus. Der Tod tritt bei kleinen Hunden innerhalb von 2-3 Stunden ein, bei großen Rassen nach 7-8 Stunden. 

 

 

So kann eine Wasservergiftung vermieden werden

Eigentlich ganz simpel - der Hund muss daran gehindert werden zu viel Wasser aufzunehmen. In der Umsetzung kann das so aussehen:

  • Zeit begrenzen - Dem Hund sollte nur kurze Zeit erlaubt werden mit den Wasser zu spielen. Häufige Pausen dazwischen tragen dazu bei, dass überschüssiges Wasser durch Urinieren ausgeschieden wird. 
  • Beobachten - Schauen Sie genau hin ob Ihr Hund Wasser aufnimmt. Hunde sollten weder mit Sprenklern, noch im Hundepool unbeaufsichtigt bleiben. Sobald er anfängt exzessiv Wasser aufzunehmen, verordnen Sie ihm eine Pause. 
  • Spielzeugform - Wenn Ihr Hund Spielzeuge aus dem Wasser holt, dann nutzen Sie flache Spielzeuge. Um einen Ball ins Maul zu bekommen muss ein Hund sein Maul weiter öffnen als für einen flachen Dummy und nimmt dabei auch mehr Wasser auf. Auch das Tauchen nach Spielzeugen sollte tunlichst vermieden werden. 
  • Gesundheitscheck - Lassen Sie Ihren Hund mindestens einmal jährlich beim Tierarzt checken. Eine Blutuntersuchung gibt wichtige Informationen zur Organfunktion und zum allgemeinen Gesundheitszustand.