Vor allem Welpen erkunden die Welt mit ihrem Mund. Das Bedürfnis einen Gegenstand auch zu kauen kann zum verschlucken des Objekts führen - und den Hund in ernsthafte Gefahr bringen.

 

Gerade Welpen können Teile von Spielzeugen verschlucken, wenn unerwartet etwas abbricht. Andere potentiell gefährliche Objekte können sehr verlockend sein... zum Beispiel Tampons, Alufolie mit Nahrungsresten und andere Dinge aus dem Mülleimer. Leider führen solche Gegenstände häufig zum Verschluss des Darms und dies kann ein lebensbedrohlicher Notfall werden.

 

Häufige Fremdkörper bei Hunden

Die am häufigsten verschluckten Gegenstände sind Alltagsgegenstände.

  • Socken
  • Unterwäsche
  • Strumpfhosen
  • Steine
  • Bälle
  • Kauspielzeuge
  • Maiskolben
  • Kastanien, Eicheln und andere Baumfrüchte
  • Knochen
  • Haarbänder und andere Bänder
  • Stöckchen

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Dingen, die Hunde verschucken können. Ganze Spielzeuge oder nur Teile davon, Schmuck, Geldstücke, Heftzwecken, Radiergummis und Büroklammern werden ebenfalls häufiger geschluckt. Bänder, Wollfäden (mit und ohne Nadel), Angelhaken und Schnurr und Lametta sind ebenfalls gefährliche Fremdkörper. Diese fadenförmigen Fremdkörper führen meist zum Auffädeln des Darms, der sich dann wie eine Art Perlenschnurr daran aufreiht.

 

Erste Hilfe

Innerhalb der ersten 2 Stunden nach dem Verschlucken ist es sehr wahrscheinlich, dass sich der Fremdkörper noch im Magen befindet. Kleinere, stumpfe Objekte können eventuell ohne Narkose wieder hinaus befördert werden. Ein Tierarzt kann bei Ihrem Hund eine Spritze verabreichen, die Erbrechen auslöst. Auf diese Weise sind schon einige gefährliche Objekte wieder aus Hunden heraus befördert worden. Gerade bei scharfen Gegenständen sollte vom Erbrechen abgesehen werden. Hier kann eine endoskopische Entfernung sinnvoll sein.

Die Hülle einer Batterie kann durch die Magensäure zerstört werden und das Innere in den Magen austreten. Dies führt üblicherweise zu schweren Vergiftungen. Daher sollte bei einer verschluckten Batterie niemals zugewartet werden!

Solange ein Objekt klein genug ist kann es ohne Probleme über den Darm ausgeschieden werden. In jedem Fall sollten Sie, wenn Sie keinen Tierarzt kontaktiert haben, im Kot nach dem Objekt suchen. 

 

Symptome eines Fremdkörpers

Die Diagnose kann meist anhand der Angaben der Tierhalter gemacht werden, wenn beobachtet wurde, dass der Hund etwas verschluckt hat. Üblicherweise kann anhand eines Röntgenbilds oder eines Ultraschalls ein ausreichender Verdacht ausgesprochen werden. Manchmal kann auch das Objekt selbst sichtbar sein. Ist ein Gegenstand im Magen oder Darm gefangen kann er innerhalb von Tagen oder Wochen zum Verschluss führen. Ist dieser Verschluss nicht vollständig kann auch noch ein Teil des Futters transportiert werden. Bei einem kompletten Verschluss handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der mit schmerzhaften Aufgasungen einher geht und zu plötzlichem Erbrechen führt. Betroffene Tiere verweigern meist jede Nahrung und erbrechen sich sobald sie etwas trinken. Bei fadenförmigen Fremdkörpern kann ein Teil des Fadenmaterials zwischen den Zähnen oder an der Zunge befestigt sein.

ACHTUNG!!!  Auch wenn Sie das Ende eines fadenförmigen Fremdkörpers sehen können, ziehen Sie niemals daran!

 

Wie ist die Prognose?

Sollte die Ursache eines Darmverschluss nicht schnellst möglich behoben werden, kann es zu irreparablen Schäden kommen. Scharfe Gegenstände können den Darm eröffnen. Objekte, die eine bestimmte Größe haben, können den Blutfluss des Darms beeinflussen und zum Absterben von Gewebe führen. Diese Fälle fahren meist zu einer schweren Bauchfellentzündung, die nur die wenigsten Tiere überleben.

Wird ein Fremdkörper schnell erkannt und entfernt stehen die Chancen recht gut. Der Fremdkörper kann über ein Endoskop oder durch eine Operation entfernt werden. Wichtig ist, dass eventuell vorhandene innere Verletzungen versorgt werden. Operationen sind dann am erfolgreichsten, wenn sie vor dem Vorhandensein einer Bauchfellentzündung durchgeführt werden. Abgestorbenes Gewebe muss eventuell entfernt werden und eine neue Verbindung zweier Darmteile hergestellt werden. 

Operationen am Magen-Darm-Trakt sind vergleichsweise komplikationsreich. Im Gegenteil zu allen anderen Organen sind in einem Darm immer Bakterien enthalten und damit ist nie eine Keimfreiheit im Operationsgebiet gegeben. Durch verschiedene Vorsorgemaßnahmen (z.B. intravenöse Antibiotikagabe, Besteck- und Handschuhwechsel, etc.) wird versuch eine Kontamination der umgebenen Strukturen zu verhindern. Doch geschieht die Heilung der Darmnaht selbst immer im bakteriell besiedelten Gebiet.